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SANFTE STADTERNEUERUNG UND PARTIZIPATION

Mitgestalten und Lebensqualität erhöhen

Partizipation

Anfang der 1970er Jahre waren ungefähr 300.000 Wohnungen als Substandardwohnungen bekannt, d. h. Wohnungen ohne fließendes Wasser und/oder ohne WC-Anlagen. Die Geburtsstunde der „sanften Stadterneuerung“ begann mit der Einführung des Stadterneuerungsgesetzes 1974 und einem Projektmodell in Ottakring, wo erstmals eine Ideenwerkstatt entstand. Hiervon gingen viele Impulse für die Struktur der „sanften Stadterneuerung“ aus, wie z. B. die erste Gebietsbetreuung als Anlaufstelle für BewohnerInnen oder der 1984 ins Leben gerufene Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds (heute: wohnfonds_wien).

Dadurch bedeutet Stadterneuerung heutzutage viel mehr als bloße Baumaßnahmen. Moderne Stadterneuerung heißt:

  • Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks frühzeitig über geplante Entwicklungen informieren,
  • Interessen unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure ausgleichen,
  • kulturelle Diversität fördern und leben,
  • die Lebensqualität im Grätzel nachhaltig verbessern.

Darüber hinaus soziale Vielfalt zu ermöglichen, leistbares Wohnen in Wien sicherzustellen und eine hohe Lebensqualität für alle anzubieten.

Mit diesem Ziel unterstützt der wohnfonds_wien den geförderten Wohnungsbau in der Stadt und stellt hohe Qualität von Sanierungs- und Neubaumaßnahmen sicher. Er koordiniert Bauträger, Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer, Magistratsabteilungen und Servicezentren der Stadt Wien. GebäudeeigentümerInnen und MieterInnen können sich an geförderten Sanierungsprojekten beteiligen und ihre eigenen vier Wände mit finanzieller Unterstützung der Stadt Wien zu einer modernen Wohnung ausbauen lassen.

    Die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung (GB*) erwiesen sich von Anfang an als wichtiger Partner in Stadterneuerungsgebieten. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Einbeziehung der Gemeinschaft, um einen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität im Bezirk zu leisten.

    Die Büros der GB* agieren als aktive Drehscheiben im Stadtteil und beantworten Fragen zu Wohn- und Mietrecht in Wien, Lebensumfeldern und dem Zusammenleben im Grätzel. Als Servicezentrum mit derzeit fünf Außenstellen bieten die GB* eine Vielzahl kostenloser Dienste einschließlich Beratung, Information und Projektarbeit auf Bezirksebene an.

    Sanierung

    Im Servicezentrum des wohnfonds_wien wird jede Eigentümerin bzw. jeder Eigentümer über alle Fragen vom Wohnraum bis zu den unterschiedlichen Sanierungsarten umfassend beraten.

    Ein Kerninstrument im Bereich der „sanften Stadterneuerung“ ist die Blocksanierung. Ziel dabei ist es, die Lebensqualität in den dicht bebauten Gründerzeitvierteln noch attraktiver zu gestalten. Die „sanfte Stadterneuerung“ wird vom wohnfonds_wien koordiniert und steht für die Förderung aller Sanierungs- und Bauprojekte sowie die Entwicklung von Konzepten für die Aufwertung ganzer Häuserblocks einschließlich des öffentlichen Raums.

    Ergänzend dazu besteht auch die Möglichkeit der „kleinen Blocksanierung“. Sie umfasst Maßnahmen zur städtebaulichen Strukturverbesserung in einzelnen Objekten auch außerhalb eines Blocksanierungsgebietes. Die „kleine Blocksanierung“ steht in Zusammenhang mit gebäudebezogenen, geförderten Sanierungen (wie z. B. der Sockelsanierung). Die Sockelsanierung umfasst die vollständige Sanierung eines bewohnten Gebäudes.

    Bei Sanierungen in Gemeindebauten kommen zusätzlich thermisch-energetische Wohnhaussanierungen (kurz „THEWOSAN“) zum Einsatz. Diese haben zum Ziel, durch optimale Dämmung und Nutzung moderner Heiz- oder Kühlvorrichtungen sowie mittels umweltfreundlicher Materialien die Heiz- und Energiekosten für Bewohnerinnen und Bewohner zu senken. Dadurch trägt THEWOSAN nachhaltig zur Verbesserung der Umweltsituation bei, reduziert Betriebskosten, belebt die Wirtschaft und erhöht die Wohnqualität.